27.2.2020 „Was vom Tage übrig blieb“ von Kazuo Ishiguro
Vortag von Frau Inge Metz

Kazuo Ishiguro gibt dem Leser das Gefühl, die Hauptperson spreche zu ihm. Lebensweise und Weltsicht des Butlers Stevens werden scheinbar uneingeschränkt vermittelt. So erhält der Leser einen tiefen Einblick in gesellschaftliche und politische Haltungen der englischen Oberschicht in den Jahren vor und nach dem 2. Weltkrieg sowie das Wesen und die Philosophie hinter dem Dasein als perfekter Butler.

 


26.3.2020 „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells
Vortrag von Frau Ingeborg Joeres-Weicker

Vom Ende der Einsamkeit ist der Roman eines Lebens, einer Familie, einer Liebe, der gewichtige Fragen von philosophischer Tiefe behandelt und eine gute Geschichte.

Es geht um Erinnern und Vergessen, Zufall und Bestimmung, Endlichkeit und Dauerhaftes. Um den irreparablen Systemfehler in ihrer Vita wenigstens zu kompensieren, suchen die Geschwister den Weg zu ihrer Identität, wollen Vertrauen ins Leben und zu anderen Menschen wiedergewinnen. Jeder muss die Not des einsamen Zurückgelassenseins für sich allein verarbeiten und mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen.

Stringent nach zeitlichen Abschnitten ist der Roman als Biographie der Hauptperson angelegt.

 


30.4.2020 „Olga“ von Bernhard Schlink
Vortrag von Frau Inge Metz

Schlink beleuchtet seine Hauptfigur aus verschiedenen Sichtweisen: das Aufwachsen als armes Kind in bäuerlicher Gesellschaft als Rückblick des Ziehsohns. Dann Olgas eigene Schilderung als Frau, die aus dem Milieu heraus will und kann, aber nicht in der Lage ist ihren Geliebten, der aus einer anderen Schicht stammt, zu halten. Im 3. Teil schließen aufgefundene Briefe von Olga Lücken in ihrer Biographie, werfen dabei aber auch neue Fragen auf.

 


28.5. 2020 „Mit der Faust in die Welt schlagen“ von Lukas Rietschel
Vortrag von Frau Viktoria Felten – Appel

Zwei Brüder, ein Dorf in Ostsachsen und eine Wut, die immer größer wird.

Philip und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation.

 


25.6.2020 „6 Uhr 14“ von Jean Philippe Blondel
Vortrag von Frau Inge Metz

Der als innerer Dialog von 2 Personen in einem D-Zug nahe Paris, die erst am Ende der Zugfahrt nur wenige Worte miteinander sprechen und dann auseinander gehen, angelegte Roman zeigt, dass beide liiert gewesen sind, von heute auf morgen sich getrennt haben, ohne dass eine Aussprache erfolgt ist . Nun überlegt jeder für sich hin und her gerissen, ob es Sinn macht, das zufällige Zusammentreffen für eine Fortsetzung der Beziehung zu nutzen.

 


Juli 2020 Ferienmonat

 


27.8.2020 „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“ von Maya Angelou
Vortrag von Frau Viktoria Felten – Appel

Maya Angelou gilt als Ikone der afroamerikanischen Literatur.

Sie beschreibt hier, wie sie als Dreijährige mit ihrem vierjährigen Bruder zu „Momma“ geschickt wird, der Mutter ihres Vaters, nachdem sich die Eltern getrennt haben. Dort im Süden der USA wird Maya in der schwarzen Gemeinschaft zwischen Baumwollpflückern, Tante-Emma-Laden und Episkopalkirche groß und vermittelt dem Leser einen bestechend klaren Blick auf den Süden der USA und seine gesellschaftlichen Probleme.

 


24.9.2020 „Treibsand“ von Hening Mankell
Vortrag von Frau Ursula Haug und Herrn Werner Grode

Die Diagnose Krebs hat Henning Mankell an einen alten Albtraum erinnert: im Treibsand zu versinken, der einen unerbittlich verschlingt. Im Nachdenken über wichtige Fragen des Lebens fand er ein Mittel, die Krise zu überwinden. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Welche Art der Gesellschaft will ich mitgestalten? Er beschreibt seine Begegnungen mit den kulturgeschichtlichen Anfängen der Menschheit, er reflektiert über Zukunftsfragen und erzählt, was Literatur, Kunst und Musik in verzweifelten Momenten bedeuten können.

 


29.10.2020 „Streichquartett“ von Anna Enquist
Vortrag von Frau Viktoria Felten – Appel

In einem Streichquartett kommt es auf jeden Einzelnen an, aber auch auf die Beziehungen

untereinander. Und die vier Freunde, die abends auf einem Hausboot in Amsterdam zusammenkommen, um zu musizieren, kennen sich schon lange. Die Musik von Mozart oder Schubert hilft ihnen, ihr Leid kurz zu vergessen, den zuweilen tristen Alltag zu erhöhen oder zumindest vorübergehend auszublenden. Doch dann holt sie die Wirklichkeit eines Tages grausam ein.

 


26.11.2020 Autorenlesung mit Frau Simone Frieling

 


Dezember 2020 Weihnachtspause

 


 

 

 

Literaturkreis Zornheim

trifft sich jeweils am vierten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr
im evangelischen Gemeindezentrum in Zornheim.
Kontakt: Inge Metz

 

Die vollständige Liste aller Veranstaltungen in 2020 finden sie hier: Literaturkreis