Literaturkreis 2019

Literaturkreis Zornheim 2019

Thema: Menschliche Abgründe

Erläuterung:

Hohe Erwartungen der Umwelt an den Einzelnen, der sich inzwischen gewandelt hat, wie bei Pascal Mercier, führen in solche Abgründe, das Verleugnen der eigenen Identität und Herkunft, um in der Gesellschaft erfolgreich zu werden, und ihre Folgen bei Philipp Roth, Ehebruch mit seinen Folgen, weil die eigene Verantwortung nicht akzeptiert wird, wie bei Wellershoff, oder gesellschaftliche Umstände, die den Einzelnen unweigerlich in Abgründe führen, aus denen er nicht entfliehen kann, wie bei Fallada.

Unterschiedliche menschliche Abgründe, ihre Folgen und ihre Ursachen, soweit sie erfahrbar und erklärbar sind, sollen Gegenstand im diesjährigen Zornheimer Literaturkreis sein. Im Kontrast dazu zu sehen sind den Menschen auferlegte Schicksale, wie bei Härtling, Wolff oder Flasar.

 

31.1.2019 „Dame zu Fuchs“ von David Garnett

Vortrag von Herrn Pfarrer Klaus Wallrabenstein

David Garnetts „Dame zu Fuchs“ ist eigentlich eine Novelle, aber auch ein Eheroman, in dem das passiert, was der Titel sagt. Und so wird er zu einer unglückseligen Liebesgeschichte, eben weil sich ein Abgrund auftut, den der wackere Ehemann lange zudecken kann: Die Dame entwickelt animalische Instinkte.

 

28.2.2019 „Der Liebeswunsch“ von Dieter Wellershoff

(Winterferien) Vortag von Frau Viktoria Felten- Appel

Erzählt wird die Geschichte eines Ehebruchs und dessen Folgen. Marlene hat vor Jahren Leonhard verlassen, um mit dessen Freund Paul zusammenzuleben. Nur mühsam gelang es ihnen, den Freundschaftsbund wieder in Balance zu bringen. Als Leonhard die junge Anja heiratet, scheint das Glück wiederhergestellt. Aber Leonhard kann Anjas Wunsch nach Liebe nicht erfüllen. Und so wiederholt sich die Geschichte, Anja betrügt ihren Mann mit Paul.

 

28.3.2019 „Eine Frau“ von Peter Härtling

(Osterferien) Vortrag von Frau Viktoria Felten -Appel

Die Geschichte der Katharina Wüllner, die 1902 als Tochter eines begüterten Fabrikanten geboren wird, eine großbürgerliche Erziehung genießt, standesgemäß heiratet, vier Kinder bekommt, im Zweiten Weltkrieg ihren Mann und ihre Heimat verliert, völlig mittellos in den Westen flüchtet und dort ein neues Leben beginnt, das ihr auf eine ganz andere Art und Weise wieder so etwas wie Glück beschert.

 

25.4.2019 „Die Suche nach Gedanken“ von Christa E. Wolff

Vortrag und Lesung der Autorin selbst

2. Teil eines als Trilogie geplanten autobiographischen Romans, in der die Ich – Erzählerin die schwieriger werdenden Lebensbedingungen in Hermannstadt schildert, die sie veranlassen, ihre Heimat zu verlassen.

Eine Liebeserklärung der Autorin an die zurückgelassene Heimat und ein Vermächtnis für Familie und Nachkommen.

 

6.6. 2019 (wg. Himmelfahrt verschoben)  „Kleiner Mann – was nun“ von Hans Fallada

Vortrag von Frau Viktoria Felten Appel

Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Wirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelten Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten  Fassung führt ihr gemeinsamer Weg noch tiefer ins zeitgenössische Berlin, ins Nachtleben und in die von den „Roaring Twenties“ geprägte Subkultur.

(Bitte beachten, dass es sich um die rekonstruierte Fassung handelt, als Taschenbuch erhältlich)

 

27.6.2019 „Perlmanns Schweigen“ von Pascal Mercier

Vortrag von Frau Ingeborg Joeres -Weicker

Philip Perlmann, der angesehene Sprachwissenschaftler, trifft sich mit einer Gruppe berühmter Kollegen zu einem fünftägigen Seminar in einem Hotel in Italien. Konfrontiert mit den hohen Erwartungen der anderen gerät dieser Forschungsaufenthalt für ihn zu einem Albtraum. Er flüchtet in das Übersetzen des russischen Textes eines Kollegen aus Petersburg, der nicht hatte ausreisen dürfen und gerät mit jedem Tag mehr in eine ausweglose Situation von Lügen bis an den Rand eines Mordes. Auch wenn Perlmann in der Öffentlichkeit nicht entlarvt wird, muss er am Ende mit seinen Abgründen, seiner Scham fertig werden.

 

25.7.2019 entfällt – Sommerlesezeit in den Ferien

 

29.8.2019 „Die Attentäterin“ von Yasmina Khadra

Vortrag von Frau Viktoria Felten Appel

Amin Jaafari ist ein hoch angesehener Arzt in Tel Aviv  – und ein arabischer Israeli. Umso rascher gerät er unter Verdacht, als die Polizei herausfindet, dass seine Frau in Tel Aviv als Selbstmordattentäterin ein Restaurant in die Luft sprengte. Jaafari kann es nicht fassen, dass er von dem Plan seiner Frau nichts ahnte. Er reist nach Bethlehem und Dschenin, in die Zentren des palästinensischen Widerstands. Unbeirrt versucht Jaafari, die Verantwortlichen zu finden, die seine Frau zu einer Attentäterin gemacht und sein Leben zerstört haben.

 

26.9.2019 „Der menschliche Makel „ von Philipp Roth

Vortrag von Frau Inge Metz

Ausgerechnet Coleman Silk , der seit seiner Jugend versucht , seine Abstammung von farbigen Eltern zu verbergen und es deshalb weit gebracht hat, wird als ergrautem Professor wegen Rassismus gekündigt. Sein verzweifelter Kampf ist zwecklos, sein erkämpftes Leben nichtig in mehrfacher Hinsicht.

 

7.11. (wg. Reformationstag verschoben)  „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena Michiko Flasar

Vortrag von Frau Marika Stede

Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen, ein junger und ein alter, die einander ihr Leben erzählen. Beide sind Außenseiter, die dem Leistungsdruck in der Gesellschaft nicht standhalten können und allein in der Verweigerung aktiv werden. Sie kommen über einen längeren Zeitraum auf der Parkbank zusammen und machen zwischenmenschliche Erfahrungen, die sie stärken und zu einem Neuanfang befähigen.

 

28.11. Lesung

N.N.